Im Jahr 2020 führte mich mein Weg in die KiTas der Diakonie Bethanien. Ursprünglich wollte ich gar nicht mit Kindern arbeiten – meine Berufswünsche reichten von Architektin bis Fotografin. Doch schon immer war ich von Kindern umgeben, sei es in der Familie oder in der Nachbarschaft. Bei ihnen fühlte ich mich wohl, und sie sich auch bei mir. Nach und nach wurde mir klar: Architektur passt nicht zu mir. Vielmehr zog es mich in den sozialen Bereich, zur Arbeit mit Kindern – denn das war schon immer das, was mir Freude bereitete.
Sicher beeinflusst hat mich auch meine ältere Schwester, die denselben Ausbildungsweg zur Fachfrau Betreuung Kind EFZ gewählt hatte. Und natürlich die Begeisterung, Kinder zu begleiten, ihre Entwicklung mitzuerleben und ihre unvoreingenommene Art zu erleben.
Erste Schritte – vom Aushilfs-Pool zur Festanstellung
Gestartet habe ich 2020 als Fachperson Betreuung im Aushilfs-Pool – eigentlich mit dem Gedanken, nicht mehr dauerhaft in einer Kindertagesstätte zu arbeiten, da ich zuvor einige weniger gute Erfahrungen gemacht hatte. Hauptsächlich wurde ich in der KiTa Bethanien Fluntern eingesetzt, und so ergab sich Schritt für Schritt alles Weitere. Aus der Aushilfsfunktion entstand eine Festanstellung als Teilzeit-Miterzieherin in Fluntern. Zusätzlich arbeitete ich mit einem kleineren Pensum auch in der KiTa Bethanien Altstetten.
Ich erkannte rasch, dass dies eine Organisation ist, hinter der ich stehen kann – und dass eine Zukunft in einer KiTa gar nicht mehr so abwegig klingt. Die gelebten Werte, die Haltung sowie die Menschen um mich herum zeigten mir, dass ich hier genau richtig bin.
Vom Gruppenleitungsposten zur KiTa-Leitung
2021 wurde ich Gruppenleiterin in der KiTa Bethanien Fluntern und übernahm schon bald zusätzlich die Stellvertretung der damaligen Leiterin Laura Egli. Nach zwei Jahren gab ich die Gruppenleitung ab und übernahm stattdessen die Berufsbildungs-Funktion. Seit 2025 leite ich die KiTa Bethanien Fluntern nun eigenständig und bin zugleich für die Berufsbildung verantwortlich.
Die enge Zusammenarbeit mit meiner Vorgängerin hat mich hervorragend auf die Leitungsaufgabe vorbereitet. Zudem konnte ich in Weiterbildungen viel lernen und dieses Wissen direkt einbringen – unterstützt von meinem offenen und hilfsbereiten Team.
Heute: Meinen Platz gefunden
Ich bin sehr stolz auf meinen Weg. Damals dachte ich, die Arbeit in einer Kindertagesstätte sei nichts für mich – heute weiss ich mit Gewissheit: Ich bin am richtigen Ort. Herausforderungen gehören dazu, doch wir wachsen gemeinsam daran. Es erfüllt mich, gemeinsam mit meinem Team Gutes zu bewirken und Kindern ein förderliches Umfeld zu bieten, in dem sie Selbständigkeit und Sozialkompetenz entwickeln können. Gleichzeitig macht es mir Freude, mein Team zu unterstützen und anzuleiten. Die Arbeit und die Gespräche – ob leicht oder herausfordernd – schweissen uns zusammen. Dieses Zusammenspiel macht meine Arbeit abwechslungsreich und bereichert meinen Alltag.
Mein Tipp an alle, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen: Glaubt an euch! Habt Vertrauen und Geduld – mit euch selbst und mit anderen. Niemand muss perfekt sein. Fehler sind erlaubt, denn wir alle lernen ständig dazu. Am richtigen Ort unterstützt man sich gegenseitig – und genau dort entfaltet man sein volles Potenzial!